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107 WW LiLB, Wettbewerb Landesbibliothek Liechtenstein, Vaduz (FL), 2021/2022

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Wettbewerb Landesbibliothek Liechtenstein, Vaduz (FL), 2021/2022

Das Verwaltungsgebäude, das künftig die Landesbibliothek beherbergen wird, prägt seit den 70ger Jahren das Bild im Ortskern Vaduz. Es ist ein Produkt seiner Zeit und damit ein wichtiger baulicher Zeitzeuge in Liechtenstein. Selbstbewusst überragt es seine Umgebung. Die städtebauliche Geste ist durch die Volumetrie aus zwei, l-förmig angeordneten, und voneinander losgelösten Volumen deutlich lesbar. Das Gebäude prägt sowohl die tiefergelegene Äulestrasse als auch die räumliche Verbindung zum Städtle. Der städtleseitige Platz ist in seinen Dimensionen grosszügig geplant. Leider wird er heute durch die Erschliessung aus der Parkebene und den platzgreifenden Kunstwerken etwas verunklärt. Auch ist die Erschliessung zum Gebäude durch kleinteilige Stufensituationen unbefriedigend gelöst. Das Gebäude verlangt in seiner grossen Volumetrie grosszügigen Umraum.


Das kleinere eingeschobene Volumen (Briefmarkenoffice) Richtung Städtle wird zugunsten einer städtebaulichen Lesbarkeit entfernt. Diese Massnahme ermöglicht einen grosszügigen Zugang zur neuen Bibliothek, der sich beim ehemaligen Postgebäude befindet. Der bisherige Eingang ins Verwaltungsgebäude dient als Sekundäreingang für die Büros und dem Veranstaltungsraum im Attikageschoss. Die grosse Skulptur von Georg Malin bekommt ihren Platz auf dem freigewordenen Sockel. Die neu gewonnene Öffnung in nord-süd Richtung ergibt eine eindeutige Erschliessung und Orientierung über den freieren Platz. Die Stufen zum Niveauausgleich werden entlang des Städtles begradigt, was den Platz beruhigt. Das ehemalige, runde Wasserbecken von Landschaftsarchitekt Ernst Cramer wird an der gleichen Position wiederbelebt. Gingkobäume, in Anlehnung an die historischen, werden den Platz begrünen. Die Erschliessung zum neuen Haupteingang findet aber nicht nur über den Platz statt. Die Nordseite wird durch eine landschaftliche Stufenanlage ergänzt, so dass die beiden Stassenniveaus attraktiv überwunden werden können und die Nordseite des Gebäudes keine Hinterhoffassade bleibt. Ein weiterer Gebäudeeingang befindet sich an der Äulestrasse, durch ihn gelangt man in den Empfangsbereich der Bibliothek.


Das bestehende Gebäude wird möglichst substanziell erhalten. Neben der Betonstruktur bleibt auch die Alufassade erhalten. Das Gebäude wird nach heutigem Standard gedämmt und aber die Aluverkleidungen werden wiederverwendet. Das kleine Volumen gegen das Städtle wird weggenommen. Um fehlende Fläche zu kompensieren, wird auf dem Postgebäude ein Volumen aufgestockt. Dies ergibt eine attraktive vertikale und horizontale Verknüpfung der Geschosse und eine luftige, lichtdurchflutete Doppelgeschossigkeit. Die neue vertikale Erschliessung wird so an sinnvollem Ort möglich. Der bestehende Liftschacht Nord kann statisch und funktional erhalten bleiben. Die Aufstockung ist ein Holzbau, der die Fassadeneinteilung und Verkleidung des Bestandes übernimmt. Durch die Aufstockung ist der Bestand deutlich, aber unaufdringlich verändert und als Neunutzung erkennbar, ohne dass die Qualitäten des Bestandes aufgelöst werden.

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