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Die Liegenschaft Hintergass 35/37 liegt mitten in Vaduz und ist von ausserordentlicher historischer Bedeutung. Sie liegt an den historischen Verkehrswegen und in unmittelbarer Nachbarschaft zum «Roten Haus». Die Hofstätte ist eines der ältesten und wichtigsten historischen Gebäude von Vaduz. Die bäuerliche Hofstätte wurde 1494 als Einzelwohnhaus mit Weinkellern gebaut. In späteren Jahren wurde das Wohnhaus in zwei Einheiten aufgeteilt und mit einer Stallscheune ergänzt.
Die Behandlungsstrategie ist im Sinne einer Akkupunktur zu verstehen. Punktuelle Eingriffe sollen sowohl die einzelnen Bauteile sanieren, als auch die gewünschten Nutzungen ermöglichen. Die Einzelmassnahmen sollen architektonisch als Eingriffe ablesbar sein. Sie sollen als Elemente oder Eingriffe reversibel sein, und als Addition erkennbar bleiben.
Die eingeführten architektonischen Elemente sind eigenständig und reversibel. Sie tangieren die bestehende Bausubstanz nicht. Es gibt keine Verschmelzung von neu und alt. Die neuen Elemente werden zu den alten dazu addiert.
Im Haus werden die bestehenden Oberflächen weit möglichst erhalten. Die neuen Nasszellen in Ställen sind für sich isolierte Funktionseinheiten und tangieren den Altbau nicht. Das Badezimmer im Obergeschoss, das das bestehende Badezimmer ersetzt, ist so konzipiert, dass der ursprüngliche Raum sichtbar wird.
Das Wohnhaus soll einerseits als Ferienwohnung nutzbar werden, andererseits soll es auch wahlweise als Raum für Ausstellungen/ Lesungen oder andere Anlässe dienen können. Deshalb schlagen wir vor, das Dach nicht nur neu mit alten Ziegeln zu decken, sondern auch zu dämmen. Das macht die Wohneinheiten attraktiver, sowohl hinsichtlich Konfort als auch Funktionalität. Der Dachraum kann als Zimmer genutzt werden.
Die Fenster werden durch Denkmalfenster ersetzt, was wiederum einen ästhetischen und einen wärmetechnischen Vorteil hat.
Die Nasszelle im Haus 35 bleibt am gleichen Ort. Sie wird allerdings dem heutigen Standart angepasst. Die sehr kleine Nasszelle in Haus 37 wird aus der Küche entfernt und im angrenzenden Stall untergebracht. Die Verbindung zum Stall ist historisch vorhanden. Durch das Auslagern der Nasszelle wird das Haus nicht durch technische Eingriffe belastet.
Die Küchen werden durch moderne Küchenmöbel der jetzigen Zeit angepasst. Die Küchen sollen zudem mit Holzherden ergänzt werden. Die historisch vorhandene Verbindung der beiden Küchen soll reaktiviert werden, um eine Nutzungsvielfalt zu generieren. Die Heizung
soll via Öfen gewährleistet werden. Bestehende Feuerstellen und Kachelöfen werden durch kleine Stahlöfen in den Obergeschossen ergänzt. Das Warmwasser wird mit dezentralen Boilern in den Nasszellen generiert, die Küchen können mit angeschossen werden. Die Oberflächen werden denkmalgerecht nach Befund zurückgeführt, saniert oder mit passenden Materialien ersetzt.